Paris – Blamiert im Edelrestaurant

Wer mir auf Instagram folgt, hat vielleicht mitbekommen, dass mein Freund und ich gerade in Paris waren. Ich liebe diese Stadt so sehr und wir hatten eine wundervolle Zeit. Wir waren an der Seine spazieren, haben frisch gepressten Orangensaft in Pariser Cafes getrunken, die Pariser Desserts probiert, den Eiffelturm besucht und vieles mehr. Doch ein paar Sachen sind natürlich auch schief gegangen, so wie das nun mal sein muss. Und davon möchte ich euch heute mal berichten.

Urlaub, Reisen

 

Blamiert

Wir haben eine Freundin, die in Paris lebt und mit der wir uns jedesmal treffen, wenn wir in Paris sind. Sie hat Deutsch studiert, daher können wir uns immer gut auf Deutsch mit ihr unterhalten. An einem Tag wollten wir uns mit ihr treffen und in ein Restaurant gehen. Wir haben uns spontan für eins entschieden, das uns als Erstes in die Sicht kam. Als wir rein kamen, wurde jedem von uns als erstes ein Gläschen Sekt in die Hand gedrückt, weil kein Tisch frei war. Rückblickend wäre das wohl der Moment, in dem intelligente Menschen erkennen, dass dies ein ziemlich teures Restaurant ist und man vielleicht lieber wieder gehen sollte, wenn man nicht bereit ist Unsummen für ein Essen auszugeben. Wir jedoch haben uns über den Sekt gefreut und nur kurz darauf wurden wir auch schon an unseren Tisch geführt. Dort wurde uns dann die Speisekarte vorgelegt und schlagartig wurde auch uns bewusst, dass die Preise nicht mit unserem Reisebudget übereinstimmten.

Paris

Um uns nicht zu sehr zu blamieren, entschlossen wir uns eine Kleinigkeit zu bestellen. Unsere Freundin in Paris und ich bestellten einen weiteren Sekt (denselben, den wir auch schon spendiert bekommen hatten). Und mein Freund bestellte einen kleinen Teller Nudeln mit Tomatensoße. Allein das war uns schon etwas peinlich. Schließlich haben wir kaum mehr Geld ausgegeben, als wir schon am Anfang durch den Senkt geschenkt bekommen haben. Unser Kellner, der kein Englisch, sondern nur französisch sprach, warf uns immer ziemlich hochnäsige Blicke zu, also wollten wir dann auch schnell zahlen und verschwinden. Als der Kellner an unseren Tisch kam, fragte er uns etwas auf französisch, das wir nicht verstanden. Ohne sich bei unserer französischen Freundin zu erkunden, was er uns denn gefragt hatte, ging mein Freund davon aus, dass er ihn gefragt hatte, ob das Essen gut war. Und er antwortete mit:“ Beaucoup, beaucoup“, was nicht besonders viel Sinn ergab, da „Beaucoup“ „viel“ bedeutet. Er wollte eigentlich „gut“ sagen, hatte da aber wohl etwas durcheinander gebracht.

Paris, Urlaub

Unsere Freundin klärte uns dann darüber auf, dass uns der Kellner gefragt hatte, ob wir noch ein Dessert wollten. Auf diese Frage ergab die Antwort „beaucoup“ zwar schon wieder mehr Sinn, allerdings war es nicht wirklich das, was wir wollten, da wir ja eigentlich günstig hier rauskommen wollten. Wie erwartet kam der Kellner also mit der Dessertkarte wieder. Dann räumte er den leeren Teller ab. Da wir es gewohnt sind in Restaurants zu speisen, wo es Papierservietten gibt, die dann sowieso weg geschmissen werden, legt mein Freund die Serviette immer auf den Teller, damit der Kellner seine schmutzige Serviette nicht anfassen muss. In diesem Restaurant gab es allerdings Stoffservietten, die man NICHT einfach auf den schmutzigen Teller schmeißt. Natürlich war es genau das, was mein Freund tat, während der Kellner seinen Teller in der Hand hielt. Dieser warf uns daraufhin einen noch hochnäsigeren Blick zu, als vorher, nahm die Serviette vom Teller, während er den Blick nicht von uns abwandte und schüttelte die Serviette ruckartig aus. Dann warf er uns noch einen letzten empörten Blick zu und ging. Die Peinlichkeit war an diesem Punkt schon so groß, dass wir überlegten doch noch ein Dessert zu bestellen, nur damit der Kellner nicht noch wütender auf uns war. Doch wir entschieden uns dagegen und ließen unsere französische Freundin ausrichten, dass wir gerne zahlen würden. Als wir gingen, wurden wir freundlicherweise noch zur Tür begleitet. Wir haben uns geschworen immer vorher die Preise zu checken, bevor wir ein Restaurant betreten.

 

Das war noch nicht alles

Es gab noch einen weiteren etwas unangenehmen Moment, als wir in einem Park saßen. In der Mitte des Parks stand ein großer Brunnen, um den viele Vögel herumliefen.
Wir hatten uns an den Rand des Brunnens gesetzt, als plötzlich irgendetwas die Vögel aufschreckte und sie alle gleichzeitig wegflogen. Fasziniert sah ich zu, wie sie alle im Himmel schwebten, als ich plötzlich etwas Warmes auf meiner Stirn spürte. Im ersten Moment realisierte ich es nicht ganz, doch dann wurde mir bewusst, dass ich offensichtlich Vogelkacke auf meiner Stirn kleben hatte.
„MEINE TASCHE“, hörte ich plötzlich meinen Freund neben mir rufen. Ich warf einen Blick auf seine Tasche und entdeckte tatsächlich ein paar kleine Spritzer Vogelkacke, die wohl von meiner Stirn abgeprallt und auf seiner Tasche gelandet sein mussten.
„Guck mich mal an“, schrie ich ihn verzweifelt an.
Er sah mich an und konnte sich daraufhin gar nicht mehr einkriegen vor Lachen, während ich Taschentücher heraus kramte und versuchte, meine Stirn zu säubern.
Ich habe also schon die Erfahrung gemacht, wie es ist, von einem Vogel ins Gesicht gekackt zu werden. Es ist nicht schön.

 

Aber zum Glück konnten wir über all diese Momente auch lachen und hatten trotzdem einen sehr schönen Urlaub. Wart ihr denn schon mal in Paris?

 

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